Hohe Nachfrage in einem anspruchsvollen Umfeld
Im Rahmen des Mediengesprächs Schweizer Tourismus ordnet Martin von Moos das für die Beherbergung wiederum sehr starke Jahr 2025 ein. Die positiven Zahlen zeigen jedoch nur einen Teil der Realität und müssen im Gesamtzusammenhang betrachtet werden.
- HotellerieSuisse
- Regionen
- Berner Oberland
- News
- Mediengespräch
Im Rahmen des Mediengesprächs Schweizer Tourismus 2026 gibt HotellerieSuisse-Präsident Martin von Moos eine Einschätzung zur aktuellen Lage der Schweizer Beherbergungsbranche. Mit insgesamt 43,93 Millionen Logiernächten verzeichnete die Branche gemessen an den Logiernächten ein weiteres starkes Jahr. Die positiven Logiernächtezahlen zeigen jedoch nur einen Teil der Realität und müssen im Gesamtzusammenhang betrachtet werden.
Im Jahr 2025 verzeichnete die Schweizer Beherbergungsbranche gemessen an den Logiernächten ein weiteres Rekordjahr. Die Nachfrage blieb auf hohem Niveau und unterstreicht die anhaltende Attraktivität der Schweiz als Reisedestination. Martin von Moos, Präsident von HotellerieSuisse, ordnet ein: «Die hohe Nachfrage und die erneut starken Logiernächtezahlen unterstreichen das gemeinsame Engagement der Tourismusbranche über alle Ebenen hinweg.» HotellerieSuisse blickt auch als Verband auf ein positives Jahr zurück. Er verzeichnet weiterhin stabile Zahlen bei den Mitgliederbetrieben. Diese generierten 2025 rund 76 Prozent aller Logiernächte in der Schweiz und leisten damit einen wesentlichen Beitrag zur touristischen Wertschöpfung im Land.
Positive Entwicklung bei den Logiernächten
Die Schweizer Beherbergungsbranche verzeichnete auch 2025 eine hohe Nachfrage. Gemessen an den Logiernächten resultierte ein weiteres Rekordjahr. Insgesamt wurden 43‘930‘146 Logiernächte gezählt, was einem Zuwachs von 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Auslastung stieg im gleichen Zeitraum um 1,7 Prozentpunkte von 49,4 auf 51,1 Prozent. Besonders dynamisch entwickelten sich die Logiernächtezahlen in den Städten (Metropolen + 3,3 % und kleinere Städte + 3,4 %), während die klassischen Feriendestinationen (Berg + 1,8 % und Land + 2,4 %) ein vergleichsweise moderates Wachstum verzeichneten.
Die inländische Nachfrage lag insgesamt leicht über dem Vorjahresniveau (+ 1,4 %). Getragen wurde das Wachstum erneut vor allem von den ausländischen Gästen (Europa + 3,9 % und Fernmärkte + 3,4 %). Im internationalen Vergleich zeigt sich ein differenziertes Bild. In mehreren wichtigen Herkunftsmärkten konnte die Nachfrage weiter gesteigert werden, teilweise deutlich über dem Vorjahreswert (z.B. USA mit + 5,4 %, UK mit + 7,5 % und China mit + 9,3 %). Gleichzeitig blieb die Entwicklung in einzelnen wichtigen Märkten vergleichsweise verhalten (z.B. Golf-Staaten mit 0 %, Niederlande mit + 1,0 % und Indien mit + 1,8 %). Im Vorjahresvergleich fehlten vor allem Logiernächte von Gästen aus Südkorea (- 43 921 Logiernächte bzw. - 11,0 %). Deutschland (+ 2,0 %) bleibt gemessen an Logiernächten der wichtigste ausländische Markt, 2025 jedoch nur noch knapp vor den USA.
Mehr als nur Logiernächte
Die Logiernächte entwickeln sich weiterhin positiv und unterstreichen die Attraktivität der Schweiz als Reisedestination. Dieses Wachstum wirkt jedoch nicht überall gleich. Je nach Region, Saison und Betriebstyp zeigen sich deutliche Unterschiede: Während einzelne Destinationen von der hohen Nachfrage profitieren, bleibt die wirtschaftliche Wirkung andernorts begrenzt. Die Entwicklung der Logiernächte allein sagt daher wenig darüber aus, wie stabil die Auslastung über das Jahr hinweg ist oder wie sich die Situation einzelner Betriebe tatsächlich darstellt.
Hinzu kommt, dass steigende Logiernächte nicht automatisch zu höherer Wertschöpfung führen. Die Auslastung konnte zwar ebenfalls gesteigert werden, gleichzeitig zeigen sich über das Jahr und nach Regionen betrachtet weiterhin Kapazitäten. Weiter geraten die Einnahmen pro Logiernacht unter Druck und die Kosten steigen in nahezu allen Bereichen weiter an. Für viele Betriebe bedeutet dies einen anhaltenden Margendruck – trotz hoher Nachfrage. Um den Zustand der Beherbergungsbranche realistisch zu beurteilen, braucht es deshalb eine umfassende Betrachtung: Neben den Logiernächten sind Auslastung, regionale und saisonale Verteilung, die Entwicklung aller Geschäftsbereiche sowie die Kostenseite entscheidend.
Investitionen in Mitarbeitende und Branchenattraktivität
Die Schweizer Beherbergungsbranche investiert gezielt in ihre Mitarbeitenden und in die Attraktivität als Arbeitgeberin. HotellerieSuisse unterstützt die Betriebe dabei mit konkreten Angeboten und Initiativen: Mit der Social-Media-Kampagne #lovetohost macht der Verband gemeinsam mit den Mitgliedern die vielfältigen und positiven Seiten der Arbeit in der Beherbergung sichtbar, während das Angebot «Betreuung für Ausbildungsbetriebe» Berufsbildende und Ausbildungsverantwortliche in ihrer für den Branchennachwuchs essenziellen Arbeit gezielt unterstützt. Auch mit dem starken Einsatz für den L-GAV fördert HotellerieSuisse gemeinsam mit den Sozialpartnern die Aus- und Weiterbildung in der Branche. Mit diesen und weiteren Massnahmen leistet die Branche einen aktiven Beitrag zur Nachwuchsförderung, zur Fachkräftesicherung und zur langfristigen Qualität und Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Beherbergungsbranche.
Ergänzend setzt sich der Verband für verlässliche Rahmenbedingungen ein, insbesondere für offene und stabile Beziehungen zu Europa, die den Zugang zu qualifizierten Fach- und Arbeitskräften ermöglichen. Ebenso zentral ist eine wirkungsvolle Standort- und Tourismusförderung: Förderinstrumente wie Schweiz Tourismus leisten einen wichtigen Beitrag zur Nachfrageentwicklung sowie -steuerung und zur Wertschöpfung in allen Regionen des Landes. All diese Massnahmen zahlen darauf ein, die Qualität zu sichern und die Wettbewerbsfähigkeit der Branche nachhaltig zu stärken.