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Nein zur Mindestlohninitiative

27.02.2014

Die Mindestlohninitiative gefährdet die Berufsausbildungen der Branche und schafft falsche Anreize. Dazu kommen viele weitere problematische Punkte wie ein staatlich diktierter Mindestlohn, der nicht mehr wie bis anhin durch die Sozialpartner festgelegt wird, welche die Gegebenheiten der Branche bestens kennen.

Die Schweiz hat eine sehr hohe Beschäftigungsquote und eine tiefe Arbeitslosigkeit, insbesondere die Jugendarbeitslosigkeit ist bei uns im Vergleich zu den umliegenden Ländern sehr niedrig. Dies hat sehr viel mit unserem guten Bildungssystem zu tun und mit der Möglichkeit, Berufslehren zu absolvieren. Die Mindestlohninitiative gefährdet dieses System, denn sie garantiert einem jungen Menschen auch 4000.00 Franken Monatseinkommen ohne Ausbildung. Gerade in dieser Phase des Lebens mag eine solche Perspektive verführerisch sein – hohe staatliche Mindestlöhne mindern die Bereitschaft eine Aus- oder Weiterbildung in Angriff zu nehmen. So fehlen der Branche in Zukunft die gutausgebildeten Fachkräfte, die bereits heute nur schwer (und zukünftig durch die Annahme der Masseneinwanderungsinitiative noch schwerer) rekrutiert werden können.

Die Branche unternimmt seit Jahren grosse Anstrengungen, um unsere Lehren attraktiv zu halten und den jungen Berufsleuten gute Aussichten im Beruf zu ermöglichen, bspw. mit den höchsten Lehrlingslöhnen der Schweiz und einem umfassenden Weiterbildungsprogramm nach der Lehre, das sich ganz konkret auf den Mindestlohn auswirkt. Bei der Einführung des neuen Lohnsystems auf 2012 profitierten so die Mitarbeiter mit einem Berufsattest und mit einem eidg. Fähigkeitszeugnis am meisten von Lohnerhöhungen. Die Mindestlöhne stiegen um 2,7 Prozent bzw. 6 Prozent.

All diese Anstrengungen werden torpediert, der geforderte Mindestlohn von 22.00 Franken für unqualifizierte Mitarbeitende sprengt das gesamte Mindestlohngefüge nach L-GAV. Gerade für die Saisonbetriebe, welche 43.5 Stunden Wochenarbeitszeit und die Kleinbetriebe, welche 45 Stunden Wochenarbeitszeit haben, wird sich die Initiative besonders negativ auswirken. Durch die Vorgabe eines staatlichen Stundenlohnes müssten diese Betriebe  4144.00 Franken bzw. 4287.00 Franken Monatslohn bezahlen – und dies für Mitarbeitende ohne jegliche Berufsausbildung.

Die Mindestlohninitiative berücksichtigt auch nicht, dass der Lohn in einem Arbeitsverhältnis nur ein Mosaikstein eines Gesamtpaketes darstellt. Der L-GAV bietet den Arbeitnehmern bspw. auch den vollen 13. Monatslohn ab Beginn des Arbeitsverhältnisses, fünf Ferienwochen, sechs bezahlte Feiertage (und nicht nur einen wie gesetzlich vorgeschrieben), eine solide Krankentaggeldversicherung und die Arbeitnehmerinnen profitieren, schon sehr viel länger als auf Bundesebene eingeführt, von einem 16-wöchigen Mutterschaftsurlaub. Auch Kost und Logis werden den Arbeitnehmern oft zu einem sehr günstigen Preis angeboten.

Die Mindestlöhne wie auch die übrigen Arbeitsbedingungen des L-GAV haben die Sozialpartner gemeinsam ausgehandelt, im Wis-sen um die konkreten Bedürfnisse und Gegebenheiten der Branche. Davon profitieren durch die Allgemeinverbindlichkeitserklärung mehr als 200‘000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, auch die vielen, welche nicht einer Gewerkschaft angehören, denn der Organisationsgrad der Arbeitnehmer ist traditionellerweise im Gastgewerbe sehr tief. 

Um dieses gut funktionierende System der Sozialpartnerschaft und die vielen Vorteile des erfolgreichen schweizerischen Arbeitsmarktes nicht zu gefährden muss die Mindestlohninitiative unbedingt abgelehnt werden.  

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