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Beherbergungsbranche steht trotz Logiernächtewachstum vor wirtschaftlichen Herausforderungen

Bern, 27.02.2020

Die von HotellerieSuisse regelmässig durchgeführte Umfrage zur Lageeinschätzung in der Beherber-gungsbranche zeigt, dass die Themen Fachkräftemangel, Währungssituation sowie die Hochpreisinsel Schweiz bei den Beherberger nach wie vor als grösste Herausforderungen angesehen werden. Zudem machen die knapp 200 teilnehmenden Betriebe deutlich, dass die Auswirkungen des Coronavirus teilwei-se merklich spürbar sind.

Verfügbarkeit von Fachkräften spitzt sich zu
Die Schwierigkeit, qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen und in der Branche zu halten, begleitet die Arbeitgeber in der Beherbergung seit geraumer Zeit. Gemäss den Umfrageergebnissen hat sich die Situation zu Beginn des Jahres 2020 nochmals zugespitzt. Daher gilt es, auf politischer sowie unternehmerischer Ebene Lösungen zu finden. Um neue Potenziale im Fachkräftemarkt zu erschliessen, lanciert HotellerieSuisse 2020 gemeinsam mit dem Regionalverband Zürich ein Pilotprojekt zur Förderung von Quereinsteigern in der Branche. Auf politischer Ebene erachtet der Verband die Ablehnung der Kündigungsinitiative als essenziell und setzt sich entsprechend aktiv dafür ein. Eine offene und vernetzte Schweiz bedeutet einen erleichterten Zugang zu Fachkräften.

Hohe Kosten hemmen den Effekt des Logiernächtewachstums
Die Hochpreisinsel Schweiz drückt weiterhin auf die Ertragszahlen der Beherbergungsbetriebe. Hohe Beschaffungspreise haben in einer kostenintensiven Branche wie der klassischen Hotellerie überproportionale Effekte auf den Ertrag und relativieren somit die guten Logiernächtezahlen, welche wenig über die effektive Ertragslage in den Betrieben aussagen. Im März 2020 wird die Fair-Preis-Initiative im Nationalrat erstmals diskutiert. Der Kampf gegen die «Schweiz-Zuschläge» ist unabdingbar zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Branche. Entsprechend setzt sich HotellerieSuisse weiterhin im Initiativkomitee ein.

Unsicherheit bei Währungsthematik bleibt
Der Wechselkurs war in der Wintersaison trotz deutlicher Aufwertung in den letzten drei Monaten kein dominierendes Thema. Dies dürfte unter anderem darauf zurückzuführen sein, dass die Hotelbetriebe in den letzten Jahren Massnahmen zur Steigerung ihrer Wettbewerbsfähigkeit getroffen haben. Nichtsdestotrotz bleibt die Abhängigkeit der Hotellerie von der Währungssituation hoch. Die Umfrage zeigt, dass der Wechselkurs längerfristig nach wie vor eine der grössten Herausforderungen für die Branche darstellt. Insbesondere in den Bergregionen mit einer starken europäischen Gästestruktur ist die diesbezügliche Unsicherheit ausgeprägt.

Grosse Kulanz trotz teilweise stark spürbarer Auswirkungen des Coronavirus
Der Coronavirus hat auch Auswirkungen auf die Schweizer Beherbergungsbetriebe. Über die Hälfte der befragten Betriebe vermelden Stornierungen aufgrund des Virus. Besonders ausgeprägt ist die Lage in den städtischen Gebieten. Die meisten betroffenen Betriebe verzichten aufgrund der speziellen Situation auf die Erhebung von Stornierungsgebühren oder beurteilen die Lage von Fall zu Fall. Dies zeugt von Weitsicht im Umgang mit dem aufstrebenden chinesischen Markt und zeigt, dass Kundenorientierung in Schweizer Betrieben auch in Krisenzeiten gelebt wird.
 

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