Ihre Browserversion ist veraltet und wird nicht länger unterstützt. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser.

hotelleriesuisse mit klaren Forderungen an die Politik

Bern, 07.06.2016

Der Branchenverband hotelleriesuisse stellt sich den verschärften Markt- und Wettbewerbsbedingungen mit einer klaren Strategie und mit deutlichen Forderungen an die Politik. Besonders aktuell sind der Kampf gegen die Hochpreisinsel Schweiz und das Engagement für einen liberalen Zugang zu Arbeitskräften aller Qualifikationsstufen aus dem Ausland. Anlässlich der Medienkonferenz vom 7. Juni in Montreux hat hotelleriesuisse Strategie und Forderungen den Medien präsentiert.

Wo liegt die Zukunft der Schweizer Hotellerie und wie kann sie sich darauf vorbereiten? Mit diesen Fragen hat sich der Branchenverband hotelleriesuisse in den vergangenen Monaten intensiv beschäftigt und an der Medienkonferenz vom 7. Juni in Montreux Antworten präsentiert.

Der starke Schweizer Franken und die hohen Kosten, der Klimawandel und die strukturellen Veränderungen in der Ferienhotellerie, die verstärkte Digitalisierung mit neuen Vertriebsmodellen und Angebotsformen, die zunehmende Regulierungswut von Politikern und Behörden oder der verstärkte Wettbewerb um geeignete Nachwuchstalente – dies sind die Herausforderungen, denen sich die Schweizer Hotellerie stellen muss. Ein Blick auf die Entwicklung der Logiernächte in der vergangenen Wintersaison zeigt bereits einen markanten Gästerückgang aus den Nachbarländern Deutschland, Frankreich und Italien – insbesondere für die Ferienhotellerie.

Starke Unterstützung der Mitglieder

hotelleriesuisse rechnet in den kommenden Jahren mit einer deutlichen Veränderung der Gästestruktur in Schweizer Hotels: Das Durchschnittsalter der Gäste nimmt zu, und es reisen vermehrt Gäste aus ferneren Ländern in die Schweiz. Dies wird zu sehr heterogenen Gästebedürfnissen führen und die Anforderungen an die Qualität von Dienstleistungen und an die Infrastruktur werden weiter steigen. Gefragt sind Spezialisierung, Innovationen und Flexibilität. Gleichzeitig wird es für die Hotellerie immer anspruchsvoller, qualifizierte Fachkräfte zu finden.

«Wir wollen alles dafür tun, dass sich unsere Mitglieder im rauen Umfeld und im harten Wettbewerb möglichst gut entfalten und entwickeln können», sagt Andreas Züllig, Präsident hotelleriesuisse. «Mit unseren Leistungen unterstützen wir die Hotels gezielt auf den unterschiedlichsten Gebieten. Zudem bieten wir eine Plattform für den Erfahrungsaustausch und den Know-how-Transfer.» Zu den wichtigsten Aktivitäten von hotelleriesuisse gehören die Weiterentwicklung der Hotel-Klassifikation und des Angebots an Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitenden der Mitgliederhotels. Darüber hinaus bietet hotelleriesuisse diverse Instrumente und Tools zur Kostensenkung und zur Steigerung der Produktivität. Wichtig sind Andreas Züllig auch die Verbandskommunikation und ein gezieltes Lobbying zu Gunsten der gesamten Beherbergungsbranche.

Deutliche Forderungen an die Politik

Im Kampf gegen die Hochpreisinsel Schweiz fordert hotelleriesuisse:

  • Die definitive Verankerung des Mehrwertsteuersatzes von 3,8% für die Beherbergung im Mehrwertsteuergesetz.
  • Einen Abbau der administrativen Hürden und des Wildwuchses an Verordnungen auf allen politischen Ebenen.
  • Einen Abbau der Zölle im Agrarbereich und ein Agrarfreihandelsabkommen mit Europa.
  • Die freie Beschaffung von Gütern im Ausland und Massnahmen gegen ungerechtfertigte «Schweizer Zuschläge», die viele internationale Konzerne für ihre Produkte zurzeit verlangen.
  • Gleich lange Spiesse im Wettbewerb mit neuen Anbietern der Sharing Economy wie beispielsweise Airbnb (letztere werden in Bezug auf das Miet-, Arbeits- und Steuerrecht sowie bei den Gebühren gegenüber traditionellen Beherbergungsangeboten zurzeit massiv bevorteilt).

«Besonders dringend im Wettbewerb mit der Sharing Economy ist die Gleichbehandlung bei Kurtaxen und Tourismusabgaben», sagt Andreas Züllig. hotelleriesuisse setzt sich auch vorbehaltlos für die geplante Volksinitiative «für faire Importpreise» ein.

Ausserdem macht sich hotelleriesuisse stark für die Weiterführung der Personenfreizügigkeit mit der Europäischen Union und fordert einen liberalen Zugang zu Arbeitskräften aller Qualifikationsstufen aus dem Ausland. Eine branchendiskriminierende und unflexible Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative – zum Beispiel durch eine Kontingentierung ausländischer Arbeitskräfte – würde den Schweizer Hoteliers einen weiteren massiven Konkurrenznachteil einbringen.

Stabile Sozialpartnerschaft

Eine stabile Sozialpartnerschaft zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgeberverbänden ist ein seit Jahren erfolgreiches Modell des Gastgewerbes und sichert die Kontinuität in der Branche. An ihrer Versammlung vom 7. Juni haben die Delegierten von hotelleriesuisse dem neuen Landes-Gesamtarbeitsvertrag (L-GAV) zugestimmt. Bis Ende Juni werden alle Sozialpartner den Vertrag ratifiziert haben. Anschliessend wird die Allgemeinverbindlichkeitserklärung beim Bundesrat beantragt. 

zurück zur Übersicht