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Im Wellental der Konjunktur: Kurs der Schweizer Hotellerie

Bern, 23.02.2016

Die Schweizer Hotellerie war 2015 besonders gefordert. Die Logiernächte weisen einen Rückgang um 0,85 Prozent gegenüber dem Vorjahr aus. hotelleriesuisse präsentierte an der heutigen Jahresmedienkonferenz von Schweiz Tourismus wie seine Mitglieder sich unternehmerisch den Herausforderungen des letzten Jahres unter dem Einfluss der schwierigen Währungssituation stellten und wie sie Ostern und die kommende Sommersaison einschätzen.

Die Schweizer Hotellerie blickt auf ein bewegtes Jahr zurück. Verantwortlich für den Rückgang der Logiernächte um 0,85 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ist zum einen die schwierigen Währungssituation, bedingt durch die Aufhebung des Euro-Franken Wechselkurses. Zum anderen fehlte gegen Ende des Jahres der Schnee, so dass viele Hotels in den alpinen und ländlichen Regionen unterbelegt waren. Letzteres führte im Dezember zu einem besonderen tiefen Einbruch der Logiernächte von -5,61 Prozent, wobei Ferienregionen wie Graubünden und Wallis aufgrund des mangelnden Schnees am stärksten betroffen waren. Die Ferienregionen waren – im Gegensatz zu den urbanen Regionen – bereits das ganze Jahr sehr stark von rückläufigen Gästenzahlen betroffen. Zwar verzeichnete die Hotelbranche über das Jahr verteilt eine deutliche Zunahme von Gästen aus China, Indien, den Golfstaaten, Korea und USA, diese konnte aber nicht das dramatische Ausbleiben der europäischen Gäste kompensieren. Die inländischen Gäste sind der Schweiz treu geblieben. Deren Zahl ist 2015 gesamthaft um 0,2 Prozent gestiegen, jedoch gingen auch sie im Dezember um -1,4 Prozent zurück.

Hoteliers spüren den Druck bei Preisen und Mitarbeitenden und handeln

Eine im Februar 2016 von hotelleriesuisse durchgeführte repräsentative Umfrage bei seinen Mitgliedern zeigt, dass für rund 57 Prozent der Hoteliers die jetzige Wintersaison schlechter verlief als im Vorjahr, vor allem in den alpinen und ländlichen Regionen. Dies ist in erster Linie auf den milden Winter und den fehlenden Schnee sowie die fehlenden Gäste aus dem Euroraum zurückzuführen. In den Städten ist der Tourismus unabhängiger vom Wetter und wird durch Übernachtungen von Geschäftsleuten gestützt.
Ähnlich sieht die Einschätzung für den Rest der Wintersaison aus. Die Mehrheit der Hoteliers schätzen aufgrund des jetzigen Stand der Buchungen die Belegung zu Ostern gleich ein wie im Vorjahr. Berücksichtigt man jedoch nur die Voten aus dem alpinen und ländlichen Raum, prognostizieren 42 Prozent eine Verschlechterung der Lage.

Die Folgen der fehlenden Gäste aus dem Euroraum zeigen sich auch in der Preisentwicklung. 42 Prozent haben ihre Preise gesenkt. Für die Sommersaison 2016 erwarten die Hoteliers jedoch eine verbesserte Nachfrage, so dass 72 Prozent der Befragten ihre Preise gegenüber dem Vorjahr stabil halten wollen.

Die gleichen Tendenzen zeigen sich bei der Anzahl der Mitarbeitenden. Fast die Hälfte der Befragten hat ihr Personal in dieser Wintersaison verringert, wiederum konzentrieren sich diese Voten hauptsächlich auf den alpinen und ländlichen Raum. In den Städten hingegen konnte die Anzahl der Mitarbeitenden zum Teil erhöht werden (38 Prozent der Befragten).

In dieser wirtschaftlich schwierigen Zeit haben die Hoteliers viele unternehmerische Massnahmen ergriffen, um im Wettbewerb zu bestehen. Die Mehrzahl der Hoteliers gab an, ihren Onlineauftritt optimiert zu haben. Ebenso im Fokus standen die Qualitätssteigerung der Produkte und Dienstleistungen mit innovativen Angeboten wie Packages, Kochkursen, Self-Service-Bar oder günstigeren Skipässen. Des Weiteren setzen die Hoteliers auf die Ausrichtung spezifischer Gästegruppen im Bereich Gesundheit, Sport, Best Agers, Familien, Paare oder auch jüngere Kunden. Zudem fokussieren sie sich auf die neuen Märkte (emerging markets), die die Schweiz immer mehr schätzen, wie Gäste aus China, Indien, Korea und Brasilien. Zur Optimierung der Kosten und zur Steigerung der Effizienz sind auch ein Teil der Betriebe Kooperationen mit anderen Hotels im Bereich Marketing und Einkauf eingegangen.

hotelleriesuisse kämpft für bessere Rahmenbedingungen für die Branche

Die Aufhebung des Euro-Mindestkurses im vergangenen Jahr hat bei der Schweizer Beherbergungsbranche einen Nachfrageschock ausgelöst. Nur durch die rasche Verbesserung der Rahmenbedingungen kann die Wettbewerbsfähigkeit der Hotelbetriebe gestärkt und der Marktzugang verbessert werden. Dafür setzt sich hotelleriesuisse auf nationaler Ebene aktiv ein und kämpft für den Verzicht auf kostentreibende Regulierungen sowie zusätzliche Erhöhungen von Steuern, Abgaben oder Gebühren. Der Verband unterstützt eine flexible sowie wirtschafts- und tourismusfreundliche Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative und den Erhalt der Bilateralen Verträge mit der Europäischen Union. Zudem setzt sich hotelleriesuisse für die Verankerung des Beherbergungssatzes im Mehrwertsteuergesetz ein.

Bindung zum Gast mit den eigenen Buchungskanälen stärken

Damit Hoteliers ihre Qualität halten und steigern können, müssen sie ihre Gäste und deren Bedürfnisse kennen. Nur so können Hoteliers die hohen Standards, für die die Schweizer Beherbergungsbranche bekannt ist, gerecht werden. In diesem Zusammenhang unterstützt hotelleriesuisse die europaweite Kampagne «Direkt Buchen» von HOTREC, dem europäischen Dachverband der Hotels, Restaurants und Cafés.

Direkt buchen bedeutet, dass Hoteliers die Bindung zum Gast mit den betriebseigenen Buchungskanälen stärken wie beispielsweise dem Telefon, an der Rezeption und auf der eigenen Hotelwebsite. Damit entfällt für den Hotelier auch die Kommission an fremde Buchungsplattformen. Finanzielle Mittel, welche er in den Gast und die Qualität investieren kann. Das Hauptziel der Kampagne ist es, die Gäste auf die Vorteile einer direkten Buchung zu sensibilisieren. Mit speziell für die Kampagne erstellten Marketing-Tools soll der direkte Kontakt und das Vertrauen zwischen Gast und Gastgeber gefördert werden. Das Kampagnenlogo ist europaweit identisch, um den Wiedererkennungswert für die Gäste zu fördern.

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