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Mindestlohn schadet der Wirtschaft und vernichtet Arbeitsplätze

Bern, 15.04.2014

Ein staatlich diktierter Mindestlohn greift die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Wirtschaft an. Kleine und mittlere Betriebe wären aufgrund der hohen Lohnkosten in ihrer Existenz bedroht und müssten Stellen abbauen. Ein gesetzlicher Mindestlohn würde insbesondere Berufseinsteiger, Frauen und Leute mit tiefem Einkommen schädigen. Weil die Initiative schweizweit den gleich hohen Mindestlohn fordert, wäre der Schaden in ländlichen Regionen und Berggebieten am grössten.

Die Mindestlohn-Initiative will einen staatlich diktierten Mindestlohn von 22 Franken pro Stunde einführen. Im internationalen Vergleich wäre dies weitaus der höchste gesetzliche Mindestlohn. Ein solcher Mindestlohn würde der Schweizer Wirtschaft und den Arbeitnehmenden massiv schaden. „Viele kleine und mittlere Unternehmen könnten so hohe Löhne schlicht nicht zahlen und müssten schliessen, sollten sie die steigenden Lohnkosten nicht mit Stellenabbau oder Rationalisierungen auffangen können“, so Jean-François Rime, Präsident des Schweizerischen Gewerbeverbandes sgv.

„Mit der Mindestlohn-Initiative setzen wir uns im internationalen Wettbewerb selbst schachmatt“, sagte Valentin Vogt, Präsident des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes. „Zudem höhlt ein gesetzlicher Mindestlohn die bewährte Sozialpartnerschaft aus“, so Vogt. Auch grössere exportorientierte Unternehmen, die wegen der hohen Schweizer Löhne schon heute einem starken internationalen Wettbewerbsdruck ausgesetzt sind, würden mit dem geforderten Mindestlohn einen richtigen Kostenschock erfahren, erklärte Alain Guttmann, Präsident der Bobst Group S.A. in Lausanne. Die Lohnkosten würden derart in die Höhe schnellen, dass die Schweizer Exportwirtschaft international nicht mehr gleich mithalten könnte. Der Verlust von Arbeitsplätzen wäre die Folge.

Dieser Effekt würde auch mit voller Härte den Schweizer Tourismus treffen, wo die Mindestlohn-Initiative gerade bei kleineren Hotels und Gastbetrieben einen wahren Kahlschlag auszulösen droht. „Wir zahlen schon heute doppelt so hohe Löhne wie die Österreicher. Müssen wir unsere Preise weiter erhöhen, laufen wir Gefahr, viele Schweizer Kunden und internationale Gäste zu verlieren. Wenn die Mindestlohn-Initiative angenommen wird, müssen wir Leute auf die Strasse stellen oder ganze Betriebe schliessen“, sagte Guglielmo L. Brentel, Präsident von hotelleriesuisse.

Marianne Meister, Unternehmerin und Gemeindepräsidentin im Solothurnischen Messen, führte am Beispiel ihres Detailhandel-Geschäfts aus, dass speziell Berufseinsteiger mit wenig Erfahrung grosse Mühe hätten, in der Arbeitswelt überhaupt Fuss zu fassen. Ein gesetzlicher Mindestlohn würde insbesondere Berufseinsteiger, Frauen und Leute mit tiefem Einkommen aus dem Arbeitsmarkt drängen. Auch Teilzeitstellen, die es vor allem Frauen erlauben, ein wichtiges Zusatzeinkommen für die Familie zu verdienen, drohten aufgrund der hohen Lohnkosten zu verschwinden.

Der Tessiner Unternehmer Fabio Regazzi verdeutlichte schliesslich, dass sich ein Mindestlohn insbe-sondere auf ländliche Regionen und Berggebiete fatal auswirken würde. Regionen wie das Tessin hätten gerade auch deshalb gute wirtschaftliche Perspektiven, weil sie dank tieferer Lebenshaltungs- und Lohnkosten wettbewerbsfähig sind. Darauf nimmt die Mindestlohn-Initiative jedoch keinerlei Rücksicht. Viele Regionen in der Schweiz würden durch die Mindestlohn-Initiative einen ihrer wichtigsten Wettbewerbsvorteile – die tieferen Kosten – verlieren. Regazzi weiter: „Gerade in ländlichen Ge-bieten, wo um jeden Arbeitsplatz gekämpft wird, hat es direkte gesellschaftliche Konsequenzen, wenn eine Familie mangels Erwerbsmöglichkeiten abwandert.“

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