Ihre Browserversion ist veraltet und wird nicht länger unterstützt. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser.

Ausgleich für die Schweizer Hotellerie im ersten Halbjahr 2014

Bern, 05.08.2014

Im ersten Halbjahr 2014 blieb die Anzahl Übernachtungen gegenüber der Vorjahresperiode mehrheitlich stabil. Eine Wintersaison mit guten Schnee- und Wetterbedingungen, gepaart mit den späten Ostertagen, haben der Nachfrage aus dem In- und Ausland vorerst zusätzlichen Schub verliehen. Dem zweiten Halbjahr sieht die Branche nur verhalten optimistisch entgegen. Das unbeständige Wetter im Juli führte zu einem spürbaren Rückgang von kurzfristigen Buchungen. Die Chancen für die laufende Sommersaison sind aber nach wie vor intakt. Mit der Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative sowie der Gesetzgebung zur Zweitwohnungsinitiative stehen für die Branche zudem wichtige politische Weichenstellungen an.

Ausgeglichenes Resultat für die Schweizer Hotellerie: Mit einem leichten Minus von 0,1 Prozent haben sich die Übernachtungen im ersten Halbjahr 2014 stabil entwickelt. Gute Schnee- und Wetterverhältnisse bis zum Wintersaisonende im April vermochten die Nachfrage aus der Schweiz und aus dem benachbarten Ausland anzukurbeln. Insgesamt blieben die Übernachtungen aus dem Binnenmarkt (+0,1%) im ersten Halbjahr 2014 stabil. Die ausländische Nachfrage (-0,2%) wurde belastet durch rückläufige Übernachtungen aus Europa, welche von Gästen aus Asien (+6,3%) nur bedingt abgefedert werden konnte. Während sich in den Städten der positive Trend mit einem leichten Wachstum von 0,7 Prozent fortsetzte, stabilisierte sich die Nachfrage im Alpenraum (0,0%).

Ausblick: verhalten optimistisch

Ein Ausblick auf das zweite Halbjahr gestaltet sich aufgrund oft kurzfristiger Buchungen schwierig. Der kühle und nasse Juli hat gezeigt, dass sich gerade Kurzentschlossene vom Wetter leiten lassen und entsprechend auf Destinationen im Süden ausweichen. Gäste aus Übersee und Stammgäste, die längerfristig buchen, kommen dagegen unabhängig vom Wetter. Die Chancen für die laufende Sommersaison sind aber nach wie vor intakt. Gemäss einer Umfrage von hotelleriesuisse in der Stadt- und Ferienhotellerie gehen rund die Hälfte der Betriebe von einem gleich guten Verlauf wie im Vorjahr aus. In den kommenden Monaten dürfte die Schweizer Hotellerie von der wirtschaftlichen Stabilisierung in Europa und von der weiterhin positiven Entwicklung der Wachstumsmärkte profitieren. Auch der Binnenmarkt wird voraussichtlich stabil bleiben. Allerdings befindet sich die Branche nach wie vor in einer schwierigen Lage, was die preisliche Wettbewerbsfähigkeit betrifft. Für das laufende Jahr gehen knapp 60 Prozent der befragten Betriebe davon aus, dass sich die Preise im Jahr 2014 nicht verändern.

Wegweisende politische Entscheide

Politisch stehen für die Schweizer Hotellerie im kommenden Halbjahr wegweisende Themen an. Im Rahmen der Umsetzung der Initiative gegen Masseneinwanderung setzt sich hotelleriesuisse vehement für eine wirtschaftstaugliche und branchenfreundliche Ausgestaltung des Ausführungsgesetzes ein. Damit die Hotellerie bei der Rekrutierung von Fachkräften auch weiterhin über den nötigen Handlungsraum verfügt, ist eine flexible Ausgestaltung der Kontingente zentral. Gleichzeitig gilt es, die Bewilligungsverfahren so rasch, kostengünstig und unbürokratisch wie möglich festzulegen.

Eine weitere Herausforderung bildet die tourismusgerechte Umsetzung zur Zweitwohnungsinitiative, welche für die nachhaltige Entwicklung der Branche unabdinglich ist. hotelleriesuisse unterstützt den vorliegenden Gesetzesentwurf, der diesem Anliegen nachkommt und sowohl die Erstellung von neuen Wohnungen, die touristisch bewirtschaftet werden, als auch die Möglichkeit der Querfinanzierung von Neu- und Umbauten von strukturierten Beherbergungsbetrieben durch Zweitwohnungen zulässt. Weiter sollen Hotelbetriebe umgenutzt werden können, sofern sie bereits seit mindestens 25 Jahren bestehen und nicht mehr wirtschaftlich weitergeführt werden können.

In diesem Zusammenhang begrüsst hotelleriesuisse die Stossrichtung des Bundesrates zur totalrevidierten Verordnung zum Bundesgesetz über die Förderung der Beherbergungswirtschaft. Diese flexibilisiert die Fördertätigkeiten der Schweizerischen Gesellschaft für Hotelkredit und erweitert damit die finanziellen Handlungsmöglichkeiten innerhalb der Beherbergungswirtschaft. In der Verordnung wird zudem der Beherbergungsbegriff dem Gesetz zur Zweitwohnungsinitiative angepasst.

zurück zur Übersicht