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6. Tag der Schweizer Hotellerie: «Zukunftsoptionen für die alpine Hotellerie»

Brienz, 04.06.2013

Die Zukunftsoptionen für die alpine Hotellerie in der Schweiz bildeten den thematischen Schwerpunkt beim heutigen Tag der Schweizer Hotellerie in Brienz. Im Beisein von rund 250 Branchenvertretern unterstrich Guglielmo L. Brentel, Präsident hotelleriesuisse, die Bedeutung handlungsfähiger Unternehmen für den Erfolg des Schweizer Tourismus und rief zur verstärkten Kooperation unter den Leistungsträgern auf. Die möglichen Handlungsfelder wurden im Anschluss von Experten kontrovers diskutiert.

«Im Schweizer Tourismus hat es fünf vor zwölf geschlagen». Mit diesen Worten eröffnete Guglielmo Brentel, Präsident hotelleriesuisse, den 6. Tag der Schweizer Hotellerie in Brienz. Der Ferientourismus in der Schweiz verliere jedes Jahr ein Prozent an Übernachtungen und Anzahl Betrieben – und noch mehr an Wertschöpfung. «Zu lange haben wir die globalen Veränderungen ignoriert und unsere Produkte nicht gebündelt auf neue Märkte ausgerichtet», gab sich Brentel selbstkritisch. Der starke Franken habe viele unvorbereitet getroffen und in die Krise geführt. «Doch die Probleme waren schon vorher da und sind hausgemacht», betonte Brentel. Gleichzeitig wies er auf die zunehmende Bedeutung des Freizeittourismus und das Potential für die Berg- und Seegebiete hin. Die damit verbundenen Handlungsfelder hat hotelleriesuisse im heute vorliegenden Positionspapier «Schweizerische Tourismuspolitik – Überlegungen und Positionen von hotelleriesuisse zur Ausrichtung der Tourismuspolitik im Berg- und Seengebiet» zusammengefasst.

Mehr Wertschöpfung dank Kooperation

Die Veränderungen des Reiseverhaltens hin zu mehr Kurzaufenthalten, gepaart mit dem globalen Wettbewerb im Feriengeschäft, stellen hohe Anforderungen an die Tourismusunternehmen. «Die Aufwendungen der Gastgeber nehmen zu, während die Preise bleiben oder gar sinken und der Gewinn erodiert», hielt Brentel fest. Es gelte, differenzierte und wertschöpfungsstarke Angebote zu schaffen. «Klassiker wie Schneesport oder Wandern reichen künftig nicht mehr aus.» Alternativen mit ähnlicher Wertschöpfung zu finden, stelle allerdings eine grosse Herausforderung dar, welche nur gemeinsam angegangen werden könne. Dabei muss man nicht nur die Vermarktung bündeln, sondern vor allem die touristischen Angebote besser aufeinander abstimmen. «Die Kooperation unter den Hotelbetrieben sowie mit allen Leistungsträgern des Tourismus steigert den Wert des Angebots für den Gast», unterstrich Brentel.

Umsetzung der Zweitwohnungsinitiative wegweisend

Handlungsfähige Unternehmen bilden den Grundstein für den künftigen Erfolg des Schweizer Tourismus. Die Aufgabe des Staates ist es, Anreize für die verstärkte Kooperation zu schaffen und diese mit einer koordinierten lokalen Infrastrukturplanung zu unterstützen. Zudem soll der Staat mit dem Abbau von unnötigen Regulierungen und Handelshemmnissen die Wettbewerbsverzerrung entschärfen. Wegweisend für die Ferienhotellerie ist die Umsetzung der Zweitwohnungsinitiative. «Das wichtigste ist, dass wir mit einem neuen Gesetz den Strukturwandel nicht behindern. Wenn ein bestehendes Hotel nicht mehr den Marktbedürfnissen entspricht, dann muss es umgenutzt werden können», betonte Brentel.

Im Rahmen des Anlasses wurden die Zukunftsoptionen für die Schweizer Hotellerie von Eric Jakob, Leiter Direktion für Standortförderung, SECO, Otto Jolias Steiner, Inhaber Steiner Sarnen AG für Kommunikation, Reto Solèr, Präsident CIPRA Schweiz und Jan Stiller, Direktor Lenkerhof gourmet spa resort, kontrovers diskutiert.

Das Positionspapier «Schweizerische Tourismuspolitik – Überlegungen und Positionen von hotelleriesuisse zur Ausrichtung der Tourismuspolitik im Berg- und Seengebiet» kann bei hotelleriesuisse bezogen werde (media@hotelleriesuisse.ch).

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