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Schweizer Hotellerie in ihrer Entwicklung gebremst

Bern, 12.03.2012

hotelleriesuisse bedauert die Annahme der Zweitwohnungsinitiative. Sie gefährdet die touristische Entwicklung und schränkt den Gestaltungsspielraum der Schweizer Hotellerie massiv ein. Gefragt ist nun eine flexible Umsetzung auf Gesetzesstufe unter Einbezug der relevanten Akteure, um den betroffenen Regionen pragmatische Lösungen zu bieten.

Das knappe Ja zur Zweitwohnungsinitiative stellt die Tourismusbranche in vielen Gebieten der Schweiz vor erhebliche Herausforderungen. Berg- und Randregionen, die bereits mit den Folgen des starken Frankens zu kämpfen haben, wird ein wesentlicher Teil ihrer wirtschaftlichen Basis entzogen. Hybride Beherbergungskonzepte und Mischformen von Hotels und Zweitwohnungen gewinnen aufgrund ihrer Rentabilität laufend an Bedeutung. Mit der Annahme der Initiative wird die Finanzierung solcher neuen Projekte gefährdet.

Handlungsspielraum der Hoteliers massiv beschnitten

Der Wegfall der Möglichkeit, einen Hotelbetrieb dank Zweitwohnungen rentabel weiterzuführen, hat eine erhebliche Reduktion des Marktwerts der Liegenschaft und schlimmstenfalls eine Schliessung zur Folge. Dem Hotelier wird auch die Option genommen, eine Alternativnutzung der Gebäudesubstanz anzustreben, falls der Markt Zweitwohnungen anstelle von Hotelbetten verlangt. Genau eine solche Umwandlung nicht überlebensfähiger Hotelbetriebe in Zweitwohnungen trägt heute zur notwendigen Strukturbereinigung bei. Eine Garantie, dass Gäste bei fehlendem Zweitwohnungsangebot in Hotels logieren, gibt es keine, vielmehr besteht die Gefahr einer Abwanderung ins Ausland.

Pragmatische Umsetzung gefordert

Die Initianten und Befürworter der Initiative betonten im Abstimmungskampf stets ihre Absicht, mit dem Volksbegehren die Hotellerie stärken zu wollen. Sie haben auch bekräftigt, dass für strukturschwache Gebiete Ausnahmen möglich sein werden, und dass der Tourismus eine gemässigte Umsetzung benötigt. Guglielmo Brentel, Präsident hotelleriesuisse, betont: «Es gilt nun, diese Worte unter Einbezug der Tourismusbranche in Taten umzusetzen, damit nicht diejenigen in ihrer Existenz bedroht werden, denen eigentlich geholfen werden wollte.» Für die Hotellerie und den Tourismus müssen bei der Umsetzung auf Gesetzesstufe unbedingt pragmatische Rahmen-bedingungen geschaffen werden. Nötig sind Begleitprogramme wie neue Kreditrahmen oder die Förderung von Renovationen bestehender Hotels.

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