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Der Tourismus braucht strukturierte Beherbergungsformen und «warme Betten»

Bern, 12.06.2012

Der Schweizer Tourismus-Verband und hotelleriesuisse begrüssen prinzipiell den Verordnungsentwurf des Bundesrates zur Zweitwohnungsinitiative. Er fördert die kommerzielle Vermietung von Ferienwohnungen, was dem langjährigen Anliegen der Tourismuswirtschaft Rechnung trägt. Nachbesserung der Verordnung fordern die touristischen Verbände bei der geregelten Umnutzung von Hotelbetrieben in Zweitwohnungen. Auch die Frage von Ersatzneubauten innerhalb der Gemeinden ist noch nicht befriedigend gelöst.

Eingebettet in attraktive Landschaftsbilder müssen sich ebenso attraktive touristische Destinationen entfalten können. Die Nachhaltigkeit auf der Grundlage eines ausgewogenen Verhältnisses zwischen wirtschaftlicher Tätigkeit, gesellschaftlichen Bedürfnissen und Umweltaspekten ist für den Tourismus von entscheidender Bedeutung. Der vorliegende Entwurf der «Verordnung über den Bau von Zweitwohnungen» ist geeignet, den Zielen der Volksinitiative vom 11. März 2012 Rechnung zu tragen. Er muss aber in einzelnen Punkten auf die spezifischen Bedürfnisse einer kommerziellen Vermietung von Ferienwohnungen angepasst werden.

Handlungsbedarf besteht im Artikel 2 «bestehende Wohnungen». Strukturierte Beherbergungsformen der Hotellerie (hybride Geschäftsmodelle) dürfen gegenüber Erstwohnungen nicht diskriminiert werden, wenn es um die Möglichkeit zur Umnutzung geht. Mit einer Begriffsanpassung auf «Wohnungen und strukturierte Beherbergungsformen» ist dies ohne weiteres möglich. Im Interesse eines nachhaltigen Strukturwandels kann die Verordnung so auch dem Anspruch gerecht werden, allfällige Umnutzungen bestehender, unrentabler Hotelbetriebe in Zweitwohnungen zuzulassen. Weder der Wertzerfall der Hotelimmobilien noch unattraktive Bauruinen an attraktiven Lagen sind Ziel der Initiative. Noch nicht befriedigend gelöst ist, wer neue Zweitwohnungen bauen darf. So soll es gemäss Art. 5 künftig nur noch Ortsansässigen beim Neubau einer Erstwohnung möglich sein, im gleichen Gebäude Zweitwohnungen zu erstellen. Dies ist diskriminierend. Auch Nicht-Ortsansässige sind durchaus in der Lage, Ferienwohnungen kommerziell zu vermieten.

Je tourismusgerechter die Ausgestaltung der Verordnung bzw. das Gesetz ausfällt, umso weniger flankierende, kostenträchtige Massnahmen sind in Zukunft nötig. Die Tourismuswirtschaft braucht günstige Rahmenbedingungen, um im harten Wettbewerb um die Gunst der Besucher aus aller Welt bestehen zu können. In diesem Sinn sind mittelfristig neue Anreize zur verbesserten Bewirtschaftung bestehender touristisch genutzter Zweitwohnungskapazitäten, die Rolle der Schweizerischen Gesellschaft für Hotelkredit (SGH) sowie der neuen Regionalpolitik zur Abfederung negativer Auswirkungen zu prüfen.

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