Ihre Browserversion ist veraltet und wird nicht länger unterstützt. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser.

Die Erbschaftssteuer-Initiative gefährdet zahlreiche Familienunternehmen

26.03.2015

Mit über 80 Prozent ist ein wesentlicher Teil der Hotelbranche in Familienhänden oder inhabergeführt und wäre von einer Annahme der Initiative betroffen. Die Forderungen der Initianten hätten grosse negative Konsequenzen auf die familieninternen Nachfolgemöglichkeiten und die Investitionstätigkeit in der Hotellerie.

Die Initiative verlangt, dass in der ganzen Schweiz Erbschaften über zwei Millionen Franken und Schenkungen über 20 000 Franken mit einem Steuersatz von 20 Prozent besteuert werden. Den Kantonen wird die entsprechende Kompetenz zur Besteuerung entzogen. Die Initianten rechnen mit Einnahmen von rund drei Milliarden Franken pro Jahr. Einen Drittel der Einnahmen sollen die Kantone erhalten und zwei Drittel sollen zweckgebunden in die AHV fliessen. Für Unternehmen und Landwirtschaftsbetriebe sollen noch nicht definierte Erleichterungen gelten, sofern sie von den Erben mindestens zehn Jahre weitergeführt werden. Die konkrete Ausgestaltung ist nach Annahme der Initiative dem Gesetzgeber überlassen. Während direkte Nachkommen steuerpflichtig sind, sind Hilfswerke und Ehepartner von der Steuer ausgenommen. Über die Initiative wird am 14. Juni 2015 abgestimmt.

Massive Wettbewerbsnachteile für Familienunternehmen

Die vorgeschlagene Erbschaftssteuerreform würde die Weiterführung von vererbten Unternehmen, auch in der Hotellerie, erschweren und bereitet insbesondere Familienunternehmen bei der Nachfolgeplanung Sorgen. Weil das Vermögen in einem Betrieb meistens gebunden und nicht frei verfügbar ist, müssten bei einer Unternehmensnachfolge je nach Situation zusätzliche Kredite aufgenommen, Eigenkapital abgebaut oder verschiedene Einsparungen (allenfalls inklusive Abbau von Arbeitsplätzen) getätigt werden. Die notwendigen finanziellen Investitionen für innovative Projekte würden somit nicht mehr zur Verfügung stehen, was zahlreiche finanziell gesunde Betriebe gefährden würde. Die bereits hohe Unsicherheit beispielsweise durch die ungewisse Umsetzung der Masseneinwanderungs- und Zweitwohnungsinitiative würde durch die Annahme der Erbschaftssteuer-Initiative noch verstärkt. Die gravierenden Folgen dieser Vorlage wurden mittlerweile auch im Rahmen einer Studie untersucht. PwC hat diesbezüglich die Gefahren und schwerwiegenden Konsequenzen der Erbschaftssteuer-Initiative für Familienunternehmen analysiert und neben den möglichen direkten Folgen auch die Ungewissheit für familiengeführte Unternehmen thematisiert. Aus den Ergebnissen der Studie wird deutlich, dass Familienunternehmen, bei Annahme der Initiative, massive Wettbewerbsnachteile erleiden würden. So kann bei unerwarteten Erbfällen (z.B. Unfalltod) infolge mangelnder Liquidität die Erbschaftssteuer nur durch einen Verkauf des Unternehmens finanziert werden oder es wird nachträglich die volle Erbschaftssteuer fällig, falls die Weiterführungsfrist von zehn Jahren nicht eingehalten werden kann. Diese latente Steuerlast schneidet die unternehmerische Freiheit ein, da Kapital zurückgebunden wird und somit nicht für Investitionen zur Verfügung steht.

Weitere Informationen zur Studie sowie zur Kampagne gegen die Erbschaftssteuer-Initiative finden sich unter folgenden Links:

Aus den oben genannten Gründen, die zu einer massiven Einschränkung der Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Hotellerie führen, lehnt hotelleriesuisse die schädliche Erbschaftssteuer-Initiative ab.

zurück zur Übersicht