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Bildungslandschaft Schweiz

24.04.2012

Erstmals wird die Weiterbildung auf Verfassungsebene geregelt und findet eine Einordnung in die Bildungssystematik. Das neue WeBiG soll als Rahmengesetz die Weiterbildung, die bisher in über 50 Gesetzen verankert war, in wichtigen Grundsätzen definieren. Die Vernehmlassung fand bis zum 13. April statt.

hotelleriesuisse begrüsst die Erstellung des Bundesgesetzes zur Weiterbildung (WeBiG) grundsätzlich. Der Verband steht hinter dem obersten Grundsatz des lebenslangen Lernens, das eine essentielle Rolle für das Individuum, die Wirtschaft und Gesellschaft einnimmt. Bei der Weiterbildung handelt es sich um einen boomenden Markt mit einem jährlichen Umsatzvolumen von 5,3 Milliarden Franken, welcher vor allem von privaten Bildungsanbietern bestimmt wird. Gerade im Zusammenhang mit dem Fachkräftemangel und den demographischen Entwicklungen ist die Weiterbildung von grosser Wichtigkeit.

hotelleriesuisse unterstützt ebenfalls den Grundsatz, dass die Weiterbildung in der Verantwortung eines jeden Individuums ist und der Staat eine subsidiäre Rolle einnimmt. Es ist zudem erfreulich, dass es im WeBiG mit Ausnahme des Erwerbs von Grundkompetenzen Erwachsener keine Fördertatbestände gibt. Es ist sinnvoll, dass sich der Bund dieser Frage verstärkt annimmt. Die Hotellerie und das Gastgewerbe gehen seit Jahren gemeinsam mit dem Bund und den Kantonen bei der Integration von Minderqualifizierten innovative Wege. Beispiele dafür sind Programme wie Riesco, Progresso, Perfecto und Profora.

Wichtigste Forderungen von hotelleriesuisse

Da das Gesetz einen wichtigen Einfluss auf die zukünftige Bildungslandschaft der Schweiz haben wird, fordert hotelleriesuisse, dass der Entwurf zum WeBig in folgenden Punkten überdacht und überarbeitet werden muss:

  • Der Verband lehnt die Klassierung der Nachdiplomstudien HF als nicht formale Bildungsgänge vehement ab. Dies hätte eine Schwächung der höheren Berufsbildung zur Folge. Die Nachdiplomstudiengänge der höheren Fachschulen dürfen keinesfalls aus dem Berufsbildungsgesetz gestrichen werden und auf diese Weise ihre eidgenössische Anerkennung als Abschlüsse der höheren Berufsbildung verlieren.
  • hotelleriesuisse nimmt mit Befremden zur Kenntnis, dass die Wirtschaft bei der Erstellung des Entwurfes zum Weiterbildungsgesetz erst sehr spät mit einbezogen wurde und in der vorgesehenen Weiterbildungskonferenz keinen Einsitz haben soll.
  • Im Grundsatz der Qualitätssicherung und -entwicklung soll auf das Privatschulregister Schweiz verwiesen werden.
  • Das WeBiG darf die eigentliche Anrechnung von Bildungsleistungen nicht regeln. Dies muss den Institutionen, die für die Bildungsgänge respektive deren Abschlüsse verantwortlich sind, überlassen werden.

Weiteres Vorgehen

Zwischen 2013 und 2014 finden die Beratungen im Parlament statt. Das neue Weiterbildungsgesetz soll 2015 in Kraft treten.

Weiterführende Informationen

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