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Nein zu einem staatlich festgelegten Mindestlohn

20.12.2013

Mit rund 70 000 Beschäftigten stellt die Hotellerie einen bedeutenden Arbeitgeber des privaten Sektors dar. Innerhalb der Sozialpartnerschaft werden die Löhne zwischen den Arbeitgebern und den Arbeitnehmern jährlich verhandelt. Staatliche Mindestlöhne gefährden die gut funktionierende Sozialpartnerschaft, hemmen den Anreiz zur Aus- und Weiterbildung und schwächen die Wettbewerbsfähigkeit der Hotellerie. Aus diesen Gründen lehnt hotelleriesuisse die Mindestlohninitiative klar ab.

Der Gesamtarbeitsvertrag des Schweizer Gastgewerbes (L-GAV) bildet seit rund vier Jahrzehnten eine solide Grundlage für faire und angemessene Arbeitsbedingungen und wurde gemeinsam von den Sozialpartnern erarbeitet. Er berücksichtigt branchenrelevante Aspekte und gewährleistet die adäquate Vertretung aller Parteien. Staatlich festgelegte Mindestlöhne schränken die Kompetenzen der Sozialpartner massiv ein und hebeln damit die gut funktionierende Sozialpartnerschaft aus. Eine Anpassung bei den Löhnen in der geforderten Höhe hätte zudem eine deutliche Einschränkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der Hotellerie zur Folge – der Spielraum bei den Löhnen kann nicht beliebig nach oben erweitert werden.

Gut ausgebildete Arbeitskräfte angemessen entlöhnen

Eine Lohndifferenz zwischen ungelernten und gut ausgebildeten Arbeitnehmern ist unumgänglich, um den Mehrwert einer Aus- oder Weiterbildung zu verdeutlichen. Eine Arbeitskraft mit Berufslehre erhält einen Mindest-Stundenlohn von 24.92 Franken (Normalarbeitszeit inklusive 13. Monatslohn, Ferien und Feiertage) und verdient folglich bereits heute mehr als den von der Initiative geforderte Mindestlohn. Für Ungelernte beträgt der Mindest-Stundenlohn 22.90 Franken (Normalarbeitszeit inklusive 13. Monatslohn, Ferien und Feiertage). Der L-GAV ist ein eigentlicher Aus- und Weiterbildungs-Gesamtarbeitsvertrag und bietet gerade für ungelernte Mitarbeitende lohnrelevante Aufstiegsmöglichkeiten. Ohne diesen Anreiz bleibt die Ausbildung auf der Strecke  – und damit auch die Qualität der Dienstleistungen.

Die Niedrigqualifizierten und Berufseinsteiger werden benachteiligt

Wenig Qualifizierte und Ersteinsteiger sind in der Hotellerie im Vergleich zur Gesamtwirtschaft überdurchschnittlich vertreten. Durch das im L-GAV festgelegte Lohngefüge erhalten sie die Möglichkeit, einer ihrem Ausbildungsstand entsprechenden Tätigkeit nachzugehen. Nur dadurch können Arbeitsplätze entstehen und erhalten werden und ein Arbeitsplatzabbau vermieden werden. Die geforderten hohen Mindestlöhne senken die Bereitschaft der Unternehmen, diese Personengruppen einzustellen und sind ein Bumerang für wenig qualifizierte Arbeitnehmer, deren Beschäftigungschancen unter diesen Bedingungen schwinden. Benachteiligt wären gering qualifizierte Arbeitnehmer insbesondere in den Berggebieten, wo es zum Tourismus kaum Beschäftigungsalternativen gibt. Einen für die gesamte Schweiz geltenden Mindestlohn festzulegen ist deshalb weder für die Arbeitgeber noch für die Arbeitnehmer zielführend und hätte für die Schweizer Wirtschaft einen enormen volkswirtschaftlichen Schaden zur Folge.

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